Salsa-FAQ

Salsa ist Spanisch und bedeutet „Soße“. Ähnlich wie bei der Speise gibt es auch beim Tanz viele verschiedene Varianten – und viele verschiedene Meinungen, was dazugehört und woran man wahre Klasse erkennt. Daher unsere Bitte: Verstehe diese folgende kleine FAQ nicht als unseren Beitrag zur akademischen Standortbestimmung. Vielmehr wollen wir hiermit all jenen eine erste Orientierung bieten, die sich gerade mit Überlegungen tragen, ob oder wie sie mit dem Salsatanzen beginnen sollen. Falls Sie mehr über Salsa wissen wollen, sprechen Sie uns einfach an.

Was bedeutet Salsa als Hobby?

Salsa ist ein seit Jahrzehnten existierendes globales Phänomen, das gerade in den letzten Jahren auch in Europa weiter und weiter an Popularität gewinnt. In prinzipiell allen Weltmetropolen und fast allen europäischen Großstädten findet man heute Salsaszenen. Man kann sein Hobby also quasi zu jeder Zeit überallhin mitnehmen und hat sogar noch einen guten Ansatzpunkt, um auf der ganzen Welt interessante Menschen kennenzulernen.

Das ganze Jahr über gibt es auch verschiedenste Salsa-Großevents, bei denen man Workshops besuchen, professionelle Tanzshows bestaunen und selbst ausgiebig auf Partys tanzen kann. Das übliche Wechseln der Tanzpartner im Laufe eines Tanzabends macht dabei einen zusätzlichen Reiz von Salsa aus: auch ohne den eigenen Tanzpartner mitzubringen, findet man immer Anschluss auf Salsapartys. Salsa ist zudem ein finanziell günstiges Hobby: Für Salsapartys wird meist nicht mehr Eintritt erhoben als für normale Disco-Partys, und einziges Equipment sind ggf. spezielle Tanzschuhe, auf die man im Anfänger- und Mittelstufenbereich aber auch verzichten kann.

Kann jeder Salsatänzer mit jeder Salsatänzerin auf der ganzen Welt tanzen?

Ja und nein. Es existieren verschiedene Salsastile, die teils erhebliche Unterschiede aufweisen. Zwischen ihnen gibt es genügend verbindende Elemente, dass fortgeschrittene Tänzer trotzdem mit einfachen Figuren miteinander tanzen können. Zu wahrer Blüte kommt der Tanz jedoch vor allem, wenn die Beteiligten denselben Stil beherrschen.

Welche Salsa-Stile gibt es?

In ihrer Entstehung wurde Salsa von den Tanzkulturen verschiedener Nationen geprägt, vor allem denen von Kuba, Puerto Rico, Kolumbien und USA. Die Entwicklung dauert bis heute an, und man könnte mehrbändige Werke über Entstehung und Unterscheidung der einzelnen Stile und Varianten verfassen.

Für Salsa-Anfänger in Europa sind jedoch primär zwei Stile relevant: einerseits der kubanische, bei dem die Tänzer eher kreisförmig umeinander herum tanzen, andererseits die Salsa „auf Linie“, die puertoricanischen/US-amerikanischen Ursprungs ist. Bei beiden Stilen verwenden wir zunächst denselben Schrittrhythmus, der jeweils auf dem ersten Taktschlag der Musik beginnt („on 1“ bzw. „auf 1“) und auch für rhythmisch weniger versierte Menschen gut nachzuvollziehen ist. „Linien-Salsa“ on1 wird in Europa meist auch als „LA-Style“ bezeichnet, manche Tanzschulen verwenden hierfür aber auch andere Begriffe, wie z.B. „New York on1“, oder „Cross Body Style“. Die tendenziellen Unterschiede zwischen „New York“ und „LA“ sind dabei allenfalls für professionelle Tänzer relevant.

Kubanisch oder Linie? Mit welchem Salsa-Stil soll ich anfangen?

Womit man anfängt, und ob man dabei bleibt oder später wechselt, ist rein vom persönlichen Geschmack abhängig. Im Großraum Leipzig ist das Verhältnis zwischen Kubanisch- und Linien-Salsa-Tänzern nahezu ausgewogen. Generell kann man feststellen, dass zumindest in den Anfänger- und Mittelstufen-Levels Kubanische Salsa etwas schwungvoller und dabei simpler in der Ausführung ist, während Linien-Salsa verspielter ist und tendenziell mehr Aufmerksamkeit und Genauigkeit erfordert. Man könnte auch sagen, dass im direkten Vergleich kubanische Salsa ihre Faszination mehr aus der Dynamik zieht, Salsa LA-Style hingegen eher aus der Kommunikation.

Welche Tänze werden noch auf Salsapartys getanzt?

Auf vielen Salsapartys werden außer Salsa vor allem auch Cha-Cha-Chá, Bachata und Merengue getanzt. Cha-Cha-Chá ist dabei nicht zu verwechseln mit dem Cha-Cha-Cha aus dem Standard/Latein-Grundkurs in der Tanzschule. „Echter“ Cha-Cha-Chá hat viele Gemeinsamkeiten mit Salsa und kann von fortgeschrittenen Salsatänzern auch in Workshops erlernt werden. Die Basis-Schrittfolgen von Bachata und Merengue wiederum sind so einfach, dass die meisten Tänzer sie durch bloßes Zuschauen bei Salsapartys lernen, oder ggf. durch kurze Exkurse im Rahmen ihrer Salsakurse. Die Feinheiten dieser Tänze, nicht nur was die komplexe Bein- und Hüftarbeit angeht, sondern auch die interessanten Kommunikationsmöglichkeiten, entgehen vielen Freizeittänzern so natürlich. Hierfür lohnt sich durchaus das Besuchen entsprechender ins Detail gehender Kurse.

Seit kurzem sieht man auf Salsaveranstaltungen gelegentlich auch die Modetänze Zouk und Kizomba. Ob diese Entwicklung Bestand hat, oder ob sich für diese Tänze mit ausreichender Verbreitung eine selbständige Szene entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Für Kizomba gibt es zumindest erste Anzeichen einer sich etablierenden eigen Tanzszene.

Gibt es verbindliche Standards für Salsalehrer?

Nein. Salsa ist eine vielfältige, sich stetig weiterentwickelnde Tanzrichtung „von der Straße“. Internationale Dachverbände mit festgelegten Regelwerken wie in anderen Tanzdisziplinen existieren daher nicht. Entsprechend gibt es keine normierte und vollumfängliche Ausbildung für Salsalehrer. Zwar gibt es für ADTV-Tanzlehrer eine Fachtanzlehrer-Zusatzqualifikation für Salsa, diese umfasst jedoch nur Basiskenntnisse. Grundsätzlich darf sich also jeder Salsalehrer nennen, der dies möchte.

Ich bin neugierig auf Salsa – wie fange ich am besten an?

Zum einen bietet sich die Möglichkeit über die Facebook-Gruppen Salsa in Leipzig sowie Salsa in Halle nähere Informationen zu Events und Lehrern zu bekommen. Bevor man jedoch den ersten Kurs bucht, lohnt es sich in jedem Falle, zwei bis drei Salsapartys zu besuchen. Auf diese Weise kann man sich ein viel besseres Bild von den verschiedenen Formen des Salsatanzens machen, und man bekommt vielleicht sogar ein paar nützliche Tips direkt aus der Szene.